Neue Gießereikrane

Investition mit gezielter Projektplanung

Hier gibt es die einfache Möglichkeit, mit einem verantwortlichen Koordinator beim Investor, auf ein Team von erfahrenen und in allen - die Investition betreffenden - Branchen vertretenen Ingenieuren für diesen Zeitraum zurückzugreifen. Dieses Team stellt ebenfalls einen Verantwortlichen, bei dem alle Informationen als Schnittstelle zum Investor auflaufen. Dann wird es ein Erfolg!

Die Koordination der Haupt- und Nebengewerke erfordert eine intensive Zusammenarbeit in Planung und Realisierung. Alle Informationen kommen in einen Koordinationstrichter, der von beiden Seiten zu pflegen ist.

Basierend auf diesem Konzept wurden in Zusammenarbeit zwischen der Hawle Guss GmbH in Fürstenwalde und der BF Systemtechnik aus Berlin die bestehenden Gießereikrane innerhalb der jährlichen Sommerrevision komplett erneuert.

Am realen Beispiel zweier Gießereikrane

Bei der Hawle Guss GmbH in Fürstenwalde wurde 2015 die Entscheidung getroffen, die Krananlagen im Bereich Schmelze zu modernisieren. Das Herzstück der Gießerei bilden zwei im Tandem-Verfahren betriebene Induktionsöfen, die sich im 3-Schichtbetrieb abwechselnd im Schmelz- bzw. Warmhalteprozess befinden. Die Beschickung der Öfen sowie der Transport der feuerflüssigen Masse erfolgen dabei mittels zwei parallel im Einsatz stehender Krananlagen.  Abb. 1: Ausgangssituation Abb. 1: Ausgangssituation

Aufgrund zunehmender Störungen an den 1977 errichteten Krananlagen und nicht mehr zu beschaffender Ersatzteile wurde der Austausch der Krananlagen beschlossen.

Abb. 2: neue Krananlage

Abb. 2: neue Krananlagen

Dank der guten Zusammenarbeit zwischen Betreiber, Planer und Lieferanten, konnte das Projekt erfolgreich abgeschlossen und die neuen Krananlagen pünktlich zum geplanten Produktionsstart wieder in Betrieb gehen.

Planung von Fördertechnik

Im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung werden Anlagen von uns untersucht und der Kunde bei der Optimierung der Produktionsabläufe unterstützt. Die Anlagen werden der Anforderung entsprechend ausgelegt und falls es um einen Austausch geht, Sanierungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Das Projekt hat gezeigt, dass die erfolgreiche Modernisierung von Produktionsanlagen neben der richtigen Produktwahl auch von der Vorplanung und einer effektiven Projektabwicklung abhängen. Die Entscheidung, wie eine Modernisierung durchgeführt wird - ob durch eine Sanierung oder durch eine Neuanschaffung - sollte erst nach Prüfung und Gegenüberstellung aller Faktoren und Randbedingungen getroffen werden. Neben den reinen Anschaffungskosten müssen auch die langfristige Betriebssicherheit, Ausfall- und Montagezeiten sowie Aufwand bei der Umsetzung aktuell geltender Vorschriften für die Erstabnahme neuer Anlagen bewertet werden.

Aus diesen Überlegungen heraus sind die Kosten transparent und das endgültige Budget entstanden. Dabei wurde mit den ersten Gesprächen zwischen uns und dem Betreiber vor ca. 12 Monaten begonnen.

Das Gleichgewicht zwischen Budget und dem technisch Machbaren

Die Inbetriebnahme von neuen Krananlagen ist immer mit einer Abnahme durch einen Kransachverständigen verbunden. Dabei werden die Sicherheit und die Einhaltung der neuesten Vorschriften überprüft. Bereits in der Planung sollte dieser Umstand bedacht werden, damit es später nicht zu bösen Überraschungen kommen kann.

Wenn die Kosten für eine Neuinvestition gering bleiben sollen, muss die Krananlage an bestehende Peripherie angepasst werden. Die Tauglichkeit von Kranbahn und Zustiegen muss geprüft und die Einhaltung der Sicherheitsabstände zu Einbauten berücksichtigt  werden. Bei der Auslegung der Krananlage sollten Leistung und Anforderung genau aufeinander abgestimmt werden.

In dem beschriebenen Projekt waren besonders wichtige Aspekte bei der Auslegung der Krananlagen ein sicherer Zustieg, eine hohe Wartungsfreundlichkeit unter Einhaltung neuester Vorschriften und die volle Redundanz der Anlagen bei gleicher Funktionalität ohne Überschreitung der bisherigen Radlasten. Für die prozessorientierte Festlegung der Einstufung des Maschinen- und Stahlbaus wurden Arbeitsabläufe analysiert, Geschwindigkeiten und Laufzeiten ermittelt und Berechnungen durchgeführt. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden wurde ein Sicherheitskonzept erarbeitet und umgesetzt. Die Ergebnisse wurden in einem Leistungsverzeichnis zusammengefasst.

Aufgrund dieser Vorüberlegungen, den Untersuchungen und daraus resultierender Auslegung konnte der Austausch der Krananlagen ohne Modifikation des bestehenden Hallenaufbaus und der Kranbahn realisiert werden. Durch kontinuierlichen Informationsaustausch wurde die Zusammenarbeit effizient und ergebnisorientiert gestaltet.

Wer ist in der Lage anzubieten und wer hat das technisch beste Angebot

Die zwei neuen Krananlagen sind baugleich ausgeführt. Alle Antriebe sind FU-gesteuert und die Kransteuerung mit Sicherheits-SPS und fehlersicheren Baugruppen entspricht der Sicherheitskategorie 3 gem. Maschinenrichtlinie sowie EN 14492. Beide Krane sind sowohl für den Transport feuerflüssiger Massen, als auch einen Magnetbetrieb ausgelegt - dabei beträgt die Umrüstzeit nur ca. 5 Minuten. Die Krananlagen nutzen die gleiche Kranbahn und können sich gegenseitig ersetzen.

Bei diesen Anforderungen kommt nicht jeder Lieferant in Frage. Durch die bestehenden Anlagen sind im Laufe der Produktionszeiten  bereits Herstellerkontakte vorhanden. Weitere mögliche Lieferanten mit entsprechenden Referenzen sind mit dem LV dann zu liefern. So hat die kaufmännische Abteilung des Investors die Möglichkeit zu einem Preisspiegel.

Bei den komplexen Anlagen übersieht der Investor rasch einmal die absolute technische Vergleichbarkeit. Hier muss der Planer vor der technischen Angebotsauswertung die Daten vergleichbar machen. Das geschieht durch eine tabellarische Gegenüberstellung der Werte, die dann auch zum Ausschluss führen können.

Realisierungsphase durch Umsetzung in den Werksferien

Neben technischen Randbedingungen spielen auch terminliche Vorgaben bei der Umsetzung des Projektes eine große Rolle. So standen für die Planung bis zur Übergabe der neuen Krane nur 12 Monate zur Verfügung, wobei die Montage, Inbetrieb- und Abnahme innerhalb einer 3-wöchigen Werks-Revision erfolgen musste.

Um sicherstellen zu können, dass die Kranbahn ohne weitere Maßnahmen für den Betrieb der neuen Krananlagen geeignet ist sind im Verlauf des Projektes neben dem Zustand auch die Statik zu prüfen. Erforderliche Sanierungsmaßnahmen sind im Budget und im Zeitplan zu berücksichtigen und entscheidend für den pünktlichen Erfolg.

Optimaler Betrieb vom ersten Tag an

Im Vorfeld zum Produktionsstart, sind die Bediener mit der Bedienungsanleitung der Anlage vertraut zu machen. Um die Anlagen sicher bedienen zu können ist es unabdingbar eine Mischung aus gesetzlichem Regelwerk, Stand der Technik und verwendete Technik zu vermitteln. Hier hilft ein Brevier aus der Betriebsanleitung der Anlagen und der Funksteuerung, das dem Bediener an die Hand gegeben wird. Weiterhin eingeschlossen ist eine ca. 4 - stündige theoretische Schulung.

Abb 3: theoretische Schulung Abb. 3: theoretische Schulung

Danach erfolgt eine Begehung der Anlage, bei der die in der Theorie besprochenen Informationen vertieft werden. Der anschließende Parcourstest rundet die Ausbildung für jeden Kranfahrer und das Servicepersonal ab. Dabei lernen die Anwender die neuen Krananlagen kennen und es werden anfängliche Vorbehalte gegen das geänderte Fahrverhalten schnell abgebaut.

Abb. 4: praktische Unterweisung mit Parcours Abb. 4: praktische Unterweisung mit Parcours

Zusammenstellung der Unterlagen und Durchführung der Ausbildung erfolgt durch den Planer in Abhängigkeit des Ausbildungsstandes der Teilnehmer.

Auf Wunsch führen wir auch Kranführerschulungen nach BetrSichV, DGUV Vorschrift 52/54 und DGUV Grundsatz 309-003 mit Ausstellung eines Zertifikates durch. 

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